Wer ein Auslandskonto mit etwas mehr finanzieller Diskretion sucht, stößt schnell auf den automatischen Informationsaustausch (Common Reporting Standard, CRS, in der Schweiz auch AIA genannt). Rund 120 Länder tauschen inzwischen automatisch Kontodaten mit den Finanzbehörden anderer Länder aus. Einige wenige Jurisdiktionen nehmen jedoch weiterhin nicht teil und die Liste hat sich in den letzten zwei Jahren spürbar verändert. Dieser Artikel zeigt den aktuellen Stand 2026 und ordnet zwei wichtige Korrekturen ein, die für Deine Bankwahl entscheidend sein können.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Ein Konto ohne automatischen Informationsaustausch entbindet nicht von der eigenen steuerlichen Erklärungspflicht im Wohnsitzland, dazu mehr in Abschnitt 1. Als Swicor (Swiss Corporate Solutions Ltd.) unterstützen wir bei der remote Eröffnung von Bankkonten, unter anderem in Georgien und Kambodscha.
1. Was CRS ist und warum ein Konto ohne Meldung trotzdem legal genutzt werden muss
Der Common Reporting Standard der OECD verpflichtet teilnehmende Länder, Kontodaten von Steuerausländern automatisch an deren Wohnsitzstaat zu melden. Ein Konto in einem Land, das nicht am CRS teilnimmt, wird dadurch nicht automatisch gemeldet.Das ist ein realer, legaler Unterschied zu einem Konto in einem CRS-Teilnehmerland.
Das ändert jedoch nichts an Deiner eigenen Erklärungspflicht. Wer in einem Land mit Wohnsitzbesteuerung lebt, bleibt verpflichtet, Auslandskonten und -einkünfte nach den dortigen Regeln korrekt zu deklarieren, unabhängig davon, ob eine automatische Meldung stattfindet. Ein Konto ohne CRS-Meldung verringert das Entdeckungsrisiko bei einer Nichtdeklaration, es macht eine Nichtdeklaration aber nicht rechtmäßig. Legitime Gründe für ein Konto in einem Nicht-CRS-Land sind vor allem der Zugang zu einem stabilen, diversifizierten Bankensystem außerhalb des eigenen Währungs- oder Rechtsraums, Schutz vor Kapitalverkehrskontrollen und Kontosperrungen sowie der Zugang zu Finanzprodukten, die im Heimatland nicht verfügbar sind.
2. Die Länder, die 2026 tatsächlich noch nicht am CRS teilnehmen
Nach aktuellem Stand (Sommer 2026) zählen zu den bekannteren, für internationale Unternehmer relevanten Ländern ohne CRS-Teilnahme unter anderem:
- Kambodscha – weiterhin ohne konkrete Beitrittsankündigung.
- Serbien und Nordmazedonien – beide EU-Beitrittskandidaten; ihre Nicht-Teilnahme gilt als „closing window“, da ein EU-Beitritt perspektivisch die Übernahme von CRS und der EU-Meldestandards (DAC) voraussetzen würde.
- Philippinen – weiterhin ohne CRS-Teilnahme, hält aber FATCA-Vorgaben gegenüber den USA ein.
- Dominikanische Republik und Guatemala – beide weiterhin ohne CRS-Teilnahme.
- Vereinigte Staaten – nehmen strukturell nicht am CRS teil, verlangen über FATCA jedoch selbst Kontodaten von anderen Ländern über deren US-Staatsbürger. Eine belastbare Gegenseitigkeit bei der Datenweitergabe aus den USA ist bislang nicht in vergleichbarer Form etabliert.
Nach OECD-Angaben zählen daneben zahlreiche weitere, für die meisten europäischen Unternehmer weniger relevante Länder zu den Nicht-Teilnehmern, etwa Paraguay, El Salvador, die Kapverden und mehrere afrikanische Staaten.
3. Wichtige Korrektur: Georgien und Armenien sind keine Nicht-CRS-Länder mehr
Hier liegt die wichtigste Aktualisierung gegenüber älteren Länderlisten aus 2023/2024, die online weiterhin kursieren: Georgien hat den CRS-Standard bereits in nationales Recht umgesetzt, die Sorgfaltspflichten fristgerecht abgeschlossen und 2024 seinen ersten vollständigen Meldezyklus durchlaufen (Daten des Jahres 2023 wurden ausgetauscht). Auch Armenien hat inzwischen mit dem automatischen Informationsaustausch begonnen, mit einem ersten Datenaustausch ab 2025.
Für die Praxis bedeutet das: Wer ein Konto in Georgien oder Armenien primär wegen fehlender CRS-Meldung eröffnet, verlässt sich auf eine veraltete Information. Beide Länder bleiben aus anderen Gründen attraktive Bankplätze (siehe Abschnitt 5). Aber nicht mehr wegen fehlender Datenweitergabe.
4. Kambodscha im Detail: Der derzeit robusteste Nicht-CRS-Standort
Von den verbliebenen Nicht-CRS-Ländern ist Kambodscha für internationale Unternehmer aktuell besonders interessant: Das Land hat in den vergangenen Jahrzehnten eine bemerkenswert stabile wirtschaftliche Entwicklung ohne größere Rezession durchlaufen, verfügt über einen stark dollarisierten Bankensektor (die meisten Konten laufen direkt auf US-Dollar) und beherbergt neben lokalen Banken auch Niederlassungen internationaler und regionaler Institute, insbesondere aus Malaysia.
Wichtige Einschränkung: Kambodscha besteuert steuerlich ansässige Privatpersonen grundsätzlich auf ihr weltweites Einkommen. Die fehlende CRS-Teilnahme darf also nicht mit steuerlicher Neutralität verwechselt werden, insbesondere wenn tatsächlich ein steuerlicher Wohnsitz in Kambodscha begründet wird. Für die reine Kontoführung als Nicht-Resident ist dieser Punkt in der Regel nicht unmittelbar relevant, sollte aber im Hinterkopf behalten werden, falls eine tatsächliche Wohnsitzverlagerung geplant ist.
Die klassische Kontoeröffnung vor Ort erfordert neben dem Reisepass meist einen längerfristigen Aufenthaltstitel und ist an unterschiedliche Mindesteinlagen gebunden, ohne einen Aufenthaltstitel von mehreren Monaten und einen lokalen Wohnsitznachweis ist eine reguläre Kontoeröffnung vor Ort in der Praxis kaum möglich. Über einen spezialisierten Service wie Swicor lässt sich dieser Prozess jedoch remote begleiten.

5. Georgien bleibt attraktiv – aber aus anderen Gründen
Auch nach dem CRS-Beitritt bleibt Georgien ein interessanter Bankplatz, nur eben nicht wegen fehlender Datenweitergabe, sondern wegen:
- Vergleichsweise einfacher Kontoeröffnung, weiterhin remote möglich, was Georgien von vielen anderen Ländern in dieser Liste unterscheidet.
- Solider Bankenlandschaft mit international anerkannten Instituten wie der Bank of Georgia oder der TBC Bank, die im regionalen Vergleich gute Kapital- und Ertragskennzahlen aufweisen (siehe dazu auch unseren Artikel zum Bankenvergleich Schweiz, Liechtenstein und Georgien).
- Attraktiven Zinssätzen auf Fremdwährungsguthaben im Vergleich zu vielen westeuropäischen Banken.
- Geografischer Lage als Brücke zwischen Europa, dem Nahen Osten und Zentralasien.
Georgien eignet sich damit weiterhin gut als Baustein einer diversifizierten, aber vollständig deklarierten internationalen Kontostruktur, nicht als Diskretionslösung.
6. Neu seit 2026: CARF und die Krypto-Meldepflicht
Ein Punkt, der in älteren Länderlisten naturgemäß noch fehlt: Seit dem 1. Januar 2026 setzt die EU über die Richtlinie DAC8 den von der OECD entwickelten Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) um, ein CRS-analoger Meldemechanismus speziell für Kryptowerte und Anbieter von Krypto-Dienstleistungen. Die meisten großen Volkswirtschaften innerhalb der OECD und der EU wollen CARF bis 2026/2027 umsetzen. Bemerkenswert: Auch die USA gehören zu den Ländern, die sich bislang nicht zu CARF verpflichtet haben und stattdessen auf FATCA sowie eigene, freiwillige inländische Krypto-Meldevorschriften setzen. Wer internationale Strukturen auch für digitale Vermögenswerte plant, sollte diese Entwicklung zusätzlich zur klassischen CRS-Landschaft im Blick behalten.
7. Praxistipp: FATF-Listen im Blick behalten
Neben der reinen CRS-Frage lohnt sich ein Blick auf die Länderlisten der Financial Action Task Force (FATF): Länder auf der FATF-Blacklist (aktuell u. a. Iran, Nordkorea, Myanmar) sind faktisch vom internationalen SWIFT-Zahlungsverkehr abgeschnitten. Länder auf der FATF-Graylist lösen bei Korrespondenzbanken häufig deutlich intensivere Prüfungen, verzögerte Überweisungen und wiederholte Nachfragen zur Herkunft der Mittel aus. Ein Land mag zwar formal nicht am CRS teilnehmen, praktisch aber durch FATF-bedingte Zahlungsverkehrsprobleme kaum nutzbar sein. Reine Diskretion ohne funktionierenden Zahlungsverkehr ist für die meisten Unternehmer wenig hilfreich.
8. Wie Swicor Dich unterstützt
Als Swicor, eine Marke der Swiss Corporate Solutions Ltd., begleiten wir Dich bei der remote Kontoeröffnung sowohl in Kambodscha als auch in Georgien – zwei Standorte mit unterschiedlichem, aber jeweils klarem Nutzenversprechen: Kambodscha für tatsächlich fehlende CRS-Meldung bei entsprechender eigener Deklaration im Wohnsitzland, Georgien für einen stabilen, gut erreichbaren Bankplatz mit einfacher Kontoführung. Zusätzlich unterstützen wir bei der remote Eröffnung eines US-Kontos sowie bei der Einordnung, welche Kombination aus Gesellschaftsstruktur und Bankanbindung zu Deiner persönlichen Situation passt. Nimm über trustcon.ch Kontakt mit uns auf, um Deine internationale Kontostruktur individuell zu planen.
9. Fazit
- Rund 120 Länder nehmen inzwischen am CRS teil – die Zahl der praktisch nutzbaren Nicht-CRS-Länder für seriöses internationales Banking schrumpft kontinuierlich.
- Georgien und Armenien sind seit 2024/2025 keine Nicht-CRS-Länder mehr – eine wichtige Korrektur gegenüber älteren, weiterhin kursierenden Länderlisten.
- Kambodscha zählt aktuell zu den robustesten verbliebenen Nicht-CRS-Standorten, mit stark dollarisiertem Bankensektor und stabiler wirtschaftlicher Entwicklung.
- Fehlende CRS-Meldung entbindet nicht von der eigenen Deklarationspflicht im Wohnsitzland – ein Konto ohne automatischen Austausch ist ein Baustein für mehr Diskretion, keine Lizenz zur Steuerhinterziehung.
- CARF/DAC8 erweitert seit 2026 den Meldemechanismus auf Kryptowerte – ein zusätzlicher Faktor für alle, die auch digitale Vermögenswerte strukturieren.
10. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Georgien 2026 noch ein Land ohne automatischen Informationsaustausch? Nein. Georgien hat CRS seit 2023/2024 umgesetzt und 2024 seinen ersten vollständigen Meldezyklus durchlaufen. Ältere Länderlisten, die Georgien noch als Nicht-CRS-Land führen, sind überholt.
Welches Land ist 2026 noch am ehesten für ein Konto ohne CRS-Meldung geeignet? Kambodscha zählt aktuell zu den robustesten verbliebenen Optionen, mit stabilem, stark dollarisiertem Bankensektor und ohne konkrete CRS-Beitrittsankündigung.
Ist ein Konto in einem Nicht-CRS-Land legal? Ja, die Eröffnung eines Auslandskontos ist grundsätzlich legal. Die eigene steuerliche Erklärungspflicht im Wohnsitzland bleibt davon jedoch unberührt – ein Nicht-CRS-Konto entbindet nicht von der Deklaration gegenüber der eigenen Finanzbehörde.
Warum bleibt Georgien trotz CRS-Teilnahme als Bankplatz interessant? Wegen der vergleichsweise einfachen, teils remote möglichen Kontoeröffnung, soliden Bankkennzahlen und attraktiven Zinssätzen – nicht mehr wegen fehlender Datenweitergabe.
Was ist CARF und warum ist es 2026 neu relevant? CARF ist ein CRS-analoger Meldemechanismus speziell für Kryptowerte, den die EU seit 1. Januar 2026 über die Richtlinie DAC8 umsetzt. Die USA gehören bislang nicht zu den CARF-Teilnehmern.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. CRS-Teilnahmestatus und Länderlisten ändern sich; Angaben sollten vor einer Entscheidung aktuell verifiziert werden. Für eine individuelle Einschätzung kontaktiere TrustCon (Swiss Corporate Solutions Ltd.) über trustcon.ch.
